Faustballer des TV Unterhaugstett legen Ihre internationale Visitenkarte ab

#1 von Alex , 10.07.2012 09:56

Platz fünf beim IFA-Pokal in Berlin. Die Rubo-Negros verkaufen sich sehr teuer und sorgten mit einem Sieg gegen Cupverteidiger FBC ASKÖ Linz-Urfahr sogar für die faustdicke Überraschung des Turniers

Berlin-ttt, 09.07.12 - Zum Auftakt des IFA-Pokals standen sich am vergangenen Samstag-Vormittag mit dem Gastgeber VfK Berlin und dem TV Unterhaugstett gleich zwei deutsche Vertreter gegenüber. In der Neuauflage des Spiels um Platz drei der DM von 2011 setzten sich die Berliner deutlich durch. Mit 2:0 (11:6, 11:9) gewann der derzeitige Tabellenzweite der Nordbundesliga und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Mit dieser Niederlage auf dem Konto, kam der TVU-Motor auch im zweiten Spiel gegen den Schweizer Cup-Sieger Elgg-Ettenhausen nicht so richtig ins Laufen. Erschreckend viele einfache Bälle - vor allem in der mittleren Defensiven - führten zu Fehlern, so dass man im ersten Satz immer einem Rückstand hinterherlief und diesen letztlich mit 10:12 verlor. Wenig Besserung zeigte der zweite Durchgang. Einzig die Offensive der Rubo-Negros – allen voran Christian Erlenmayer - konnte überzeugen und so drehte man das Match mit zwei Satzgewinnen (11:5 und 11:7) zum 2:1-Sieg. Für die wohl größte Überraschung des Turniers sorgte der TV Unterhaugstett dann in seinem dritten Vorrunden-Match. Gegen Cupverteidiger ASKÖ Linz-Urfahr setzten sich die Rot-Schwarzen nach einer überzeugenden Leistung mit 2:1 Sätzen durch (11:3, 5:11, 11:7). Das – offensichtlich unterschätzte - Team von Trainer Helber hatte endlich einmal völlig befreit aufgespielt und der Mannschaft um den früheren Faustball-Weltmeister Martin Weiß so die Grenzen aufgezeigt. Dies sollte im weiteren Turnier keinem anderen Team mehr gelingen! Im letzte Vorrundenspiel kassierte der VfK Berlin dann nämlich auch seine erste Niederlage des Turniers. Mit 1:2 musste man sich in einer packenden Regenschlacht ASKÖ Urfahr Linz geschlagen geben. Den Gruppensieg und damit den direkten Halbfinaleinzug sicherte der Gastgeber sich dennoch - aufgrund des besten Satzverhältnisses. Zweiter der Gruppe wurde Linz, wegen des schlechteren Satzverhältnisses auf Rang drei, landete der TV Unterhaugstett, nachdem man mit einem klaren Sieg über FaC Zdechovice (11:7, 11:6) den Einzug ins Qualifizierungsspiel gesichert hatte.
Für den TVU stand deshalb am Sonntag um 9:45 Uhr die Begegnung gegen den Zweiten der Gruppe B an: dem TV Brettorf. Diese Partie war somit eine Neuauflage des Halbfinals der DM in Vaihingen/Enz. Während das TVU-Team furios startete, hatte Brettorf große Probleme. Gegen beherzt aufspielende und von einem sehr starken Christian Erlenmayer angeführte Unterhaugstetter bekam das Team von Trainer Klaus Tabke kein Bein auf den Boden und musste die beiden ersten Sätze mit 7:11 und 6:11 klar abgeben. Tabke reagierte mit dem Wechsel seines Hauptangreifers: für von Seggern kam Tobias Kläner und der TVB kam nun ins Spiel. Kläner brachte nun seinerseits die TVU-Abwehr mit Constantin Reutter, Sebastian Buck und Stefan Koch in arge Bedrängnis. Brettorf konnte nach einem klaren 11:7-Anschlußsatz auch den vierten Durchgang denkbar knapp und erst nach Abwehr eines TVU-Matchballes mit 13:11 gewinnen. Nun war alles wieder offen und es ergab sich eine „offene Feldschlacht“ auf hohem Niveau. Der TVU lag bereits 10:7 in Front, ehe ein Aufschlagpunkt von Kläner, eine Fehlangabe von Erlenmayer und einem Spielpunkt von Brettorf wieder zum Gleichstand führten. Brettorf zeigte sich nun als das mental stärkere und abgezocktere Team, holte sich die nächsten beiden Punkte und entschied das Match mit 12:10 und somit 3:2 für sich. Unfassbare Enttäuschung beim TVU-Team – hatte man auf ähnliche Weise gegen den gleichen Gegner im letzten Jahr das DM-Halbfinale verloren.
Die Rubo Negros zeigten nun aber eine hervorragende Moral und die Jungs bewiesen im letzten Match, dass man sich unentwegt weiterentwickelt und auch solch bittere Stunden übersteht. Jeder einzelne wird seine persönlichen Lehren daraus ziehen. Man raufte sich aber nochmals zusammen und entwickelte im Spiel um Platz fünf, in dem man auf das Team vom TSV Jona traf, nochmals den notwendigen Siegeswillen. Mit einer routinierten und abgeklärten Leistung bezwang man das Team aus der Schweiz mit 2:0. Im zweiten Durchgang kam dann auch nochmals Christian Lörcher zu einem weiteren „internationalen Einsatz“. Mit diesem Sieg erreichten die Rubo-Negros am Ende den fünften Rang der zehn Teams aus fünf Nationen.
Nun könnte man sich im TVU-Lager über die vergebene Chance im Qualifikationsspiel ärgern. Mehr als ein vierter Rang, wäre allerdings – realistisch betrachtet - nur schwer möglich gewesen. Man kann das Ergebnis deshalb auch „uneingeschränkt positiv“ sehen: Das Team zeigte bei seinem ersten internationalen Wettbewerb, dass es leistungstechnisch mittlerweile annähernd schon wieder da steht, wo man im letzten Jahr bei der DM in Vaihingen/Enz stand! (Das sollte für den Liga-Endspurt den notwendigen Auftrieb geben.) Der TVU ist der „IFA-Pokalsieger-Besieger“ 2012 und in Europa die Nummer 9 im Feldfaustball der Herren (… die vier absoluten Topteams bzw. Landesmeister nehmen ja nicht am IFA- sondern am Europapokal teil). Man hat international seine Visitenkarte abgelegt.

Ergebnisse:
VfK 1901 Berlin : TV Unterhaugstett 2:0 (11:6; 11:9)
TV Unterhaugstett : FB Elgg- Ettenhausen (CH) 2:1 (10:12; 11:5; 11:7)
FBC ASKÖ Linz Urfahr (A) : TV Unterhaugstett 1:2 (3:11; 11:5; 7:11)
TV Unterhaugstett : FaC Zdechovice (CZ) 2:0 (11:7; 11:6)

TV Brettorf: TV Unterhaugstett 3:2 (7:11; 6:11; 11:7; 13:11; 12:10)
TV Unterhaugstett : TSV Jona 2:0 (11:6; 11:5)

Endtabelle IFA-Pokal 2012:
1. FBC ASKÖ Linz-Urfahr (A)
2. VfK 1901 Berlin
3. TuS Raiff. Kremsmünster (A)
4. TV Brettorf
5. TV Unterhaugstett
6. TSV Jona (CH)
7. Tigers Vöcklabruck (A)
8. FG Elgg-Ettenhhausen (CH)
9. SSV Bozen (I)
10. FaC Zdechovice (CZ)

TVU: Christian Erlenmayer, Kevin Klaus, Stefan Koch, Sebastian Buck, Constantin Reutter, Christian Wacker, Christian Lörcher, Holger Bäuerle.
Defensiv-Ersatzmann Holger Bäuerle reiste zwar mit nach Berlin, konnte aber aufgrund einer Erkrankung leider nicht eingesetzt werden.
Trainer Tommy Helber
Abwehrspieler Ingo Lochmahr hatte bereits vorzeitig wegen Studienterminen seine Teilnahme abgesagt.

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Vorbericht IFA-Pokal in Berlin

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